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29. Mai 2021, 11:46 Uhr

Erste weibliche „Astronomer Royal for Scotland“

Catherine Heymans ist erste weibliche „Astronomer Royal for Scotland“. Der angesehenen Expertin für dunkle Materie ist damit ein ganz besonderer Ehrentitel verliehen worden. Eine Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum.

Maverick Photo Agency

Bild vergrößernCatherine Heymans aus Edinburgh forscht mit einem hochdotierten Preis als Gastwissenschaftlerin in Bochum.
(Bild: Maverick Photo Agency)
27. Mai 2021 - Die renommierte Astrophysikerin Prof. Dr. Catherine Heymans ist als erste Frau zur „Astronomer Royal for Scotland“ ernannt worden. Sie ist eine weltweit führende Expertin für die Physik des sogenannten dunklen Universums. Nun hat sie den prestigeträchtigen Titel erhalten, den es seit fast 200 Jahren gibt. Heymans ist Professorin für Astrophysik an der University of Edinburgh und Direktorin des German Centre for Cosmological Lensing an der Ruhr-Universität Bochum (RUB).

Heymans wurde der britischen Königin von einem internationalen Gremium empfohlen, das von der Royal Society of Edinburgh einberufen wird. Mit ihrer Forschung versucht sie, Licht in die Geheimnisse der dunklen Energie und der dunklen Materie zu bringen – schwer fassbare Größen, die zusammen mehr als 95 Prozent des Universums ausmachen. Damit forscht sie an einem der großen ungelösten Rätsel der Wissenschaft.

Das Amt des Astronomer Royal for Scotland wurde 1834 geschaffen und ursprünglich vom Direktor des Royal Observatory in Edinburgh ausgeübt. Seit 1995 wird dies jedoch als Ehrentitel verliehen. Der bisherige Inhaber, Prof. Dr. John C. Brown, ist 2019 verstorben.

Catherine Heymans Hauptanliegen als elfte Astronomer Royal for Scotland wird sein, ihre Leidenschaft für die Astronomie mit Schotten aus allen Gesellschaftsschichten zu teilen. Eines ihrer ersten Ziele ist es, Teleskope in allen abgelegenen Outdoor-Lernzentren Schottlands zu installieren, die von den meisten Schülern des Landes besucht werden.

„Ich glaube nicht, dass irgendjemand das erste Mal vergisst, als er die Ringe des Saturns durch ein Teleskop gesehen hat. Aber zu viele Menschen haben nie die Gelegenheit dazu. Als Astronomer Royal for Scotland möchte ich das ändern. Meine Hoffnung ist, dass, sobald der Funke einmal übergesprungen ist, Kinder eine Begeisterung für das Universum mit nach Hause nehmen und eine lebenslange Leidenschaft für die Astronomie oder, noch besser, für die Wissenschaft als solche entwickeln“, so Heymans, die mit einem hochdotierten Forschungspreis an der Fakultät für Physik und Astronomie der RUB forscht.

„Ich bin absolut begeistert, zur Astronomer Royal for Scotland ernannt zu werden. Für mich als Verfechterin von Gleichberechtigung und Vielfalt ist es auch eine große Ehre, die erste Frau in diesem Amt zu sein. Ich werde diese hochkarätige Plattform mit Begeisterung nutzen, um die Amateur- und Berufsastronomie in Schottland voranzubringen und Schottland international als ein weltweit führendes Zentrum der Wissenschaft zu forcieren.“

Eine großartige Nachricht
Prof. Dr. Martin Rees, der derzeitige UK Astronomer Royal, sagt: „Es ist eine großartige Nachricht, dass Catherine Heymans zur Astronomer Royal for Scotland ernannt wurde. Sie ist eine würdige Nachfolgerin ihrer Vorgänger in dieser Funktion, und ich wünsche ihr eine lange und erfolgreiche Amtszeit.“

Prof. Dr. Jocelyn Bell Burnell, (Interims-)Präsidentin der Royal Society of Edinburgh, sagt: „Der Astronomer Royal for Scotland war schon immer ein angesehener und respektierter Astronom, und Catherine Heymans ist genau das. Sie wird auch immer hervorstechen als die erste Frau, die diese Position innehatte.“

Zur Person
Catherine Heymans forscht seit über 20 Jahren auf dem Gebiet der Astrophysik. Nach ihrem Studium der Physik und Astrophysik promovierte sie an der University of Oxford. Zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere forschte sie unter anderem am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und ist daher mit dem deutschen Wissenschaftssystem gut vertraut. Seit 2016 ist sie Professorin für Observational Cosmology am Royal Obversatory der University of Edinburgh. Im November 2018 war sie die erste Trägerin des Max-Planck-Humboldt-Forschungspreises. Den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Preis nutzt die Astrophysikerin, um bis 2024 an der RUB das German Centre for Cosmological Lensing aufzubauen.

Englische Presseinformation der University of Edinburgh
https://www.ed.ac.uk/news/2021/expert-first-female-astronomer-royal-for-scotland

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Quelle: RUB
Autor: Raumfahrer.net Redaktion

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