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29. April 2021, 17:33 Uhr

Nach Fehlstart im Herbst: Vega startet erfolgreich

Nachdem der letzte Flug im November 2020 aufgrund einer fehlerhaften Verkabelung der Oberstufe im Desaster endete, kehrte die Vega-Trägerrakete am 29. April 2021 mit einem erfolgreichen Start zurück. Um 03:50 Uhr deutscher Zeit hob die Feststoffrakete vom Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guyana ab und brachte den Airbus-Satelliten Pleiades Neo 3 sowie fünf Mitflieger in eine erdnahe Umlaufbahn.

Webcast Arianespace

Bild vergrößernVega VV-18 hebt in Französisch-Guyana ab.
(Bild: Webcast Arianespace)
Für die Vega ist der erfolgreiche Start ein wichtiger Schritt nach vorne, nachdem es beim letzten Flug, VV-17 sowie bei Flug VV-15 aus unterschiedlichen Gründen zu einem Versagen der Trägerrakete kam.

Und so waren zahlreiche Augen auf die Vega gerichtet, als sie unter dem Schub der P80 bezeichneten Feststofferststufe abhob. Auch die Zweitstufe, die bei VV-15 den Fehlstart verursachte, arbeitete einwandfrei, ebenso die dritte Feststoffstufe, die Zefiro 9. Anschließend übernahm die AVUM-Oberstufe (die Einzige, die nicht auf Festtreibstoffe setzt) mit einer 7 Minuten und 51 Sekunden langen Zündung. Nach einer darauffolgenden Freiflugphase zündete die Stufe erneut, gefolgt vom Aussetzen der Hauptnutzlast, Pleiades Neo 3, in einer sonnensynchronen Umlaufbahn von 628 Kilometern Höhe und einer Inklination von 97,89 Grad. Zwei weitere Zündungen der AVUM-Oberstufe später, und rund 102 Minuten nach dem Abheben, wurden auch die fünf restlichen Nutzlasten vom SSMS (Small Spacecraft Mission Service) genannten Dispenser getrennt und in ihren Orbit entlassen.

Bei der Hauptnutzlast, dem 920 Kilogramm schweren Satellit Pleiades Neo 3 handelt es sich um den ersten in einer Konstellation von vier Erdbeobachtungssatelliten, die von Airbus gebaut und betrieben wird. Der europäische Raumfahrtgigant will seinen Kunden damit Bilder im optischen Spektrum mit einer Auflösung von 30 Zentimetern anbieten. Mit an Bord war zudem NorSat-3, ein Satellit der norwegischen Raumfahrtbehörde. Er hat einen experimentellen Detektor für Navigationsradar an Bord, mit dem die Schiffserkennungsfähigkeiten seines bordeigenen AIS-Empfängers (Automatic Identification System) erweitert werden sollen.

Der zweite im Bunde ist ein 6-U-Cubesat (1U entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 10 Zentimetern) namens BRAVO, der von NanoAvionics gebaut wurde und eine Nutzlast zur Vermessung von Funkspektren trägt.
Gleich zwei Satelliten sind von dem Unternehmen Spire, die baugleichen LEMUR-2-Cubesats mit je 4 Kilogramm Gewicht bei 3U.

Außerdem transportiert wurde ein 6U-Cubesat für Eutelsat namens Eutelsat ELO.

Bereits für Juni ist der nächste Start für die Vega geplant, dann mit Pleiades Neo 4. Ein weiterer Start soll noch 2021 erfolgen, bevor dann 2022 der Erststart der Vega-C vorgesehen ist. Dabei handelt es sich um eine verbesserte Version, die den P120-Feststoffbooster als Erststufe einsetzt. Zusammen mit einer erweiterten Oberstufe und einer neuen Zweitstufe soll so die Nutzlast stark gesteigert werden.

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Quelle: Arianespace, Avio, ESA
Autor: Patrick Schemel

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