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16. Juli 2020, 21:52 Uhr

Airbus: Zweiter Satellit für SpaceDataHighway

Airbus erweitert seinen SpaceDataHighway mit zweitem Satelliten. Eine Pressemitteilung von Airbus Defence and Space.

James Vaughan - Airbus

Bild vergrößernSpaceDataHighway-Verbindungen via Laser - Illustration.
(Bild: James Vaughan - Airbus)
München, 16. Juli 2020 – Der EDRS-C-Satellit, der zweite Netzknoten der Airbus-Konstellation SpaceDataHighway, hat seine Inbetriebnahmetests am 15. Juli 2020 abgeschlossen und ist nun einsatzbereit. Nach dem erfolgreichen Start des Satelliten im August 2019 und dem Erreichen seiner geostationären Orbitposition auf 31 Grad Ost wurden In-Orbit-Tests durchgeführt und Laser-Kommunikationslinks zu den Sentinel-Erdbeobachtungssatelliten des Copernicus-Programms hergestellt.

EDRS-C verdoppelt die Übertragungskapazität des Systems. Die Konstellation ist nun in der Lage, Daten von zwei Beobachtungssatelliten gleichzeitig zu übertragen. Mit dem Satelliten unterstreicht Airbus sein Engagement für das bestehende Copernicus-Programm und die künftigen Sentinel-Missionen.

Die zusätzlichen Kapazitäten erlauben es Airbus zudem, weitere Kundenanforderungen zu bedienen. Bis 2030 sollen rund 15 Satelliten die sehr hohe Übertragungsbandbreite des SpaceDataHighway nutzen.

Ab 2021 wird auch Pléiades Neo, die moderne optische Erdbeobachtungskonstellation bestehend aus vier identischen Satelliten mit einer Auflösung von 30 Zentimetern, von der SpaceDataHighway-Infrastruktur profitieren. Als integraler Bestandteil des vollen End-to-End-Services von Pléiades Neo wird der SpaceDataHighway die Arbeit in Echtzeit sowie einen sehr hohen Datendurchsatz ermöglichen und somit die Missionsfähigkeit der Konstellation optimieren.

EDRS-C ergänzt EDRS-A, der täglich die Erdaufnahmen der vier Sentinel-Beobachtungssatelliten des Copernicus-Programms übermittelt. Seit 2017 hat EDRS-A mehr als 35.000 erfolgreiche Laserverbindungen hergestellt, mit denen fast zwei Petabyte Daten mit einer Verfügbarkeit von 99,5 Prozent heruntergeladen wurden.

Der SpaceDataHighway ist die erste geostationäre Laserkommunikationskonstellation der Welt. Mit modernster Lasertechnologie ermöglicht er einen sicheren Datentransfer mit 1,8 Gbit/s, also nahezu in Echtzeit, und damit eine bahnbrechende Beschleunigung der Weltraumkommunikation. Seine Satelliten vernetzen sich mittels modernster Lasertechnologie über bis zu 45.000 Kilometer hinweg mit erdnahen Beobachtungssatelliten, Aufklärungsdrohnen oder Missionsflugzeugen. Aus seiner Position im geostationären Orbit leitet der SpaceDataHighway die erfassten Daten in Fast-Echtzeit zur Erde weiter. Normalerweise würde dieser Prozess mehrere Stunden in Anspruch nehmen. So können die Beobachtungssatelliten wesentlich mehr Bild- und Videomaterial übertragen und jederzeit minutenschnell mit neuen Missionsplänen programmiert werden.

Mit der Einsatzbereitschaft des Satelliten erreicht Airbus einen weiteren Meilenstein für das strategische Ziel, Laserkommunikation als Feld weiterzuentwickeln und zugunsten der Konnektivität in der Luft, an Land und auf See in die nächste Infrastrukturgeneration zu investieren. Der Satellit wird somit eine Schlüsselkomponente des Airbus-Netzwerks für das NFTS-Programm (Network for the Sky) sein.

Das European Data Relay System (EDRS) auf Basis des SpaceDataHighway ist eine Public-Private-Partnerschaft (PPP) der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit Airbus, wobei die Laserterminals von Tesat-Spacecom und dem Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurden.

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Quelle: Airbus Defence and Space
Autor: Raumfahrer.net Redaktion

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