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08. August 2010, 15:19 Uhr
Ausstieg mit Tücke
Beim gestrigen Außenbordeinsatz von Douglas Wheelock und Tracy Caldwell-Dyson konnte die Demontage eines defekten Pumpenmodul im Steuerbord-Kühlkreislauf des US-basierten Segments der Internationalen Raumstation nicht komplett erfolgen.

 Die Arbeiten fanden an der Steuerbordseite der Gitterstruktur statt. |

 Die Kühlmittelschläuche müssen verschlossen werden, bevor man sie abziehen kann. Rechts sieht man auch elektrische Verbindungen. |

 ... eine ist noch übrig. (alle Bilder: NASA-TV) |
Schuld ist ein Schnellverschluss für eine der 4 Kühlmittelleitungen. Dieser ließ sich nicht so schnell schließen, wie es das Wort Schnellverschluss eigentlich suggeriert. Als es schließlich doch gelang, trat eine geringe Menge Ammoniak aus und verdampfte weitgehend.
Falls nun eine der an diesem Ende des Kühlmittelschlauchs vorhandenen Dichtungen beschädigt ist, wird man diese Leitung nach dem Austausch des Pumpenmoduls unter Umständen gar nicht öffnen wollen, sondern auch den entsprechenden Schlauch wechseln müssen.
Der gestrige Ausstieg dauerte insgesamt 8 Stunden und 3 Minuten und ist damit der bisher längste, der von einer ISS-Crew vorgenommen wurde. Gegen Ende des Einsatzes setzten die beiden Astronauten möglichst alle Bereiche ihrer Raumanzüge nacheinander der intensiven Sonnenstrahlung aus, damit sich eventuell vorhandene Reste des giftigen Kühlmittels verflüchtigen können. In der Luftschleuse wurden später auch keine Grenzwerte überschritten.
Für Mittwoch steht ein weiterer Ausstieg auf dem Programm, bei dem der letzte Kühlmittelschlauch gelöst und das Pumpenmodul gewechselt werden soll. Wenn die Befestigung des Moduls mit vier Bolzen sowie der Anschluss der vier Kühlmittelleitungen und der fünf elektrischen Verbindungen klappt, dann wäre dieser Teil der Reparatur beendet. Zusätzlich muss man wohl ein Remote Power Control Module austauschen. Auch dafür ist Ersatz vorhanden. Möglicherweise wird man dafür aber einen weiteren Außenbordeinsatz einplanen müssen.
Verwandte Meldung: Raumcon: Quelle: NASA, Raumcon
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