zur Nichtmobil-Version

07. März 2019, 09:17 Uhr

PRISMA: Hyperspektral-Satellit vor dem Start

Erster Hyperspektral-Satellit von OHB macht sich bereit für den Start ins All. Hyperspektral-Satellit PRISMA eröffnet neue Möglichkeiten auf dem Gebiet der Erdbeobachtung. Eine Pressemitteilung der OHB SE Bremen.

Mailand/Kourou, 6. März 2019. Für PRISMA wird es bald ernst: In der Nacht vom 14. auf den 15. März wird der Erdbeobachtungssatellit von OHB Italia, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, an Bord einer VEGA-Startrakete seine Reise ins All antreten.

ASI

Bild vergrößernPRISMA über der Erde - Künstlerische Darstellung
(Bild: ASI)
Der Satellit der italienischen Weltraumbehörde ASI (Agenzia Spaziale Italiana) wird die Erde mit einem hyperspektralen optischen Sensor beobachten und Daten für die Überwachung und Vorhersage von Umweltveränderungen auf unserem Planeten sammeln. Der Satellit startet vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana und wird künftig auf seiner sonnensynchronen Umlaufbahn in etwa 620 Kilometern Höhe die Erde beobachten. Er hat ein Startgewicht von ca. 900 Kilogramm. Mit PRISMA bringt die OHB-Gruppe ihren ersten Hyperspektral-Satelliten auf den Weg ins All.

PRISMA (PRecursore IperSpettrale della Missione Applicativa) ist mit einem innovativen elektro-optischen Instrument ausgestattet ist, bei dem ein Hyperspektralsensor mit einer panchromatischen* Kamera einer mittleren Auflösung verbunden wird. Dieses Kombiinstrument bietet die Vorteile der klassischen Erdbeobachtung durch die Erkennung der geometrischen Eigenschaften einer Landschaft, ist aber darüber hinaus in der Lage, durch die Verwendung von Hyperspektralsensoren die chemischen bzw. die physikalischen Eigenschaften von in der Landschaft vorhandenen Gegenständen zu bestimmen. Roberto Aceti, Geschäftsführer von OHB Italia: „Wir sind stolz darauf, den ersten europäischen Hyperspektralsatelliten an ASI auszuliefern. Dieser Satellit eröffnet Neuland für viele weitere Dienste und Anwendungen.“

PRISMA is watching you: Satellitendaten lassen sich vielseitig anwenden
Forscher und andere Nutzer werden die Fähigkeiten von PRISMA in verschiedenen Anwendungsbereichen nutzen können. Hierzu gehören die Überwachung der Umwelt, das Ressourcenmanagement, die Bestimmung und Klassifizierung von Kulturpflanzen, Bekämpfung der Umweltverschmutzung usw. weitere Anwendungen u.a. im Bereich der inneren Sicherheit sind auch denkbar.

Der Satellit PRISMA wurde durch OHB Italia unter Verwendung einer durch das italienische Raumfahrtunternehmen Leonardo Airborne and Space Systems gelieferten Nutzlast gefertigt.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen passiven Satellitensensoren, die die von unserem Planeten reflektierte Sonnenstrahlung in einer begrenzten Anzahl von Spektralbändern (typischerweise höchstens ein Dutzend) erfassen, ist PRISMA in der Lage, 240 Bänder (239 Spektralbänder und den panchromatischen Kanal) zu erfassen. Dies wird es den Wissenschaftlern ermöglichen, das Wissen über natürliche Ressourcen und aktuelle Umweltprozesse, wie beispielsweise der Klimawandel, zu präzisieren.

Noch mehr Hyperspektral made by OHB
Aktuell arbeitet die OHB System AG im Auftrag des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) an der ersten deutschen Hyperspektral-Mission EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Programme). Abbildende Spektrometer messen die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis hin zum kurzwelligen Infrarot. Auch mit EnMAP lassen sich präzise Aussagen über Zustand und Veränderungen der Erdoberfläche ableiten. Die Mission soll im Jahr 2020 starten und ist auf fünf Jahre ausgelegt.

*Panchromatische Sensoren nehmen das gesamte Strahlungsspektrum im Bereich des sichtbaren Lichts (ca. 400 nm blau-violett - ca. 700 nm rot) auf.

Quelle: OHB SE
Autor: Raumfahrer.net Redaktion

Navigation