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05. Juni 2017, 09:43 Uhr

Hispasat 36W-1 auf Station und einsatzbereit

Mit Datum vom 26. Mai 2017 berichtete der Kommunikationssatellitenbetreiber Hispasat mit Sitz in der spanischen Hauptstadt Madrid, dass sein jüngster Erdtrabant Hispasat 36W-1 nun vollständig einsatzbereit sei.

Nach seinem Start auf einer Sojus-Rakete unter der Ägide von Arianespace war Hispasat 36W-1 mit Hilfe seines chemischen Apogäumsmotors und einer Anzahl elektrischer Triebwerke in den Geostationären Orbit (GEO) gesteuert worden. Anschließend hatte man den Satelliten einer umfangreichen Test- und Inbetriebnahmephase unterzogen.

Hispasat

Bild vergrößernHispasat 36W-1 im All - künstlerische Darstellung
(Bild: Hispasat)
Hispasat 36W-1 kreist seit dem 28. Januar 2017 um die Erde. Das Raumfahrzeug mit einer Leermasse von rund 1.700 Kilogramm und einer Startmasse von rund 3.220 Kilogramm wurde zum ersten kommerziellen geostationären Kommunikationssatelliten einer neuen Baureihe kleinerer Satelliten aus europäischer Entwicklung und Herstellung. Darüber hinaus ist Hispasat 36W-1 der erste in Deutschland gebaute Kommunikationssatellit seit DFS-Kopernikus, welcher vor rund 25 Jahren ins All transportiert worden war. Jetzt ist Hispasat 36W-1 im GEO an einer Position bei 36 Grad West stationiert. Alle Ausleger und Antennen sind entfaltet bzw. ausgeklappt, was ihm in Betriebskonfiguration Abmessungen von ~ 7,5 x 20,8 x 4,95 Meter gibt.

Die intensiven Tests zeigten, dass der von der OHB System AG auf Basis des Satellitenbus SmallGEO gebaute neuartige Satellit mit einer von Tesat-Spacecom in Backnang bei Stuttgart integrierten Kommunikationsnutzlast im Weltraum funktioniert. Seine Ausstattung mit 20 Ku-Band-Transpondern mit Bandbreiten von 33 und 36 Megahertz ist der Versorgung von Empfängern in Amerika, Afrika, und Europa gewidmet. Dabei deckt eine AME genannte Ausleuchtzone Nord- und Südamerika ab. Die EUR genannte Ausleuchtzone überstreicht die meisten Teile Europas inklusive der Balearen, Kanaren, Madeira, und den Azoren, sowie Nordafrika inklusive Tel Aviv in Israel.

Außerdem befindet sich an Bord von Hispasat 36W-1 ein "Ka-Band Demonstrator" mit einer Bandbreite von 144 Megahertz mit neuartiger Ansteuerungseinheit, drei Transpondern und einer feststehenden Sende- und Empfangs-Antenne. Er adressiert mit einer Ausleuchtzone namens IBERIA/CANARY Nutzer auf der Iberischen Halbinsel mit Spanien und Portugal sowie den Balearen und Kanaren.

Mindestens 15 Jahre soll sich der dreiachstabilisierte Satellit u.a. für Videoübertragungen, die Unterstützung von Netzen großer Institutionen, Unternehmen und von Mobilfunkanbietern sowie breitbandigen Internetzugriff einsetzen lassen.

Hispasat 36W-1 (ehemals HISPASAT Advanced Generation Satellite 1 bzw. Hispasat AG1) ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.942 und als COSPAR-Objekt 2017-006A.

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Quelle: Arianespace, Hispasat, Tesat
Autor: Axel Nantes

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